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„Mystik ist unmittelbares geistiges Erleben“

Das Zitat von Othmar Spann (österreichischer Philosoph, 1878-1950) skizziert den Begriff auch in der heutigen Zeit gut, denn es handelt sich um eine zeitlose Geisteshaltung des Menschen. Der Begriff Mystik bezeichnet einen religiösen Ansatz: den Ansatz reiner Religiosität ohne politische Verfälschung. Der Mystiker – in diesem Sinne soll es hier eine geschlechtsunabhängige Bezeichnung sein – strebt die unmittelbare Erkenntnis des Urgrunds der Wirklichkeit an, also eine Erkenntnis, die nicht durch Sinnesorgane oder Lehrmeinungen getrübt oder vermittelt wird. Diesen Urgrund deutet er als heilig. Goethe formuliert es so: „Mystik deutet auf die Geheimnisse der Natur und Vernunft und sucht sie durch Wort und Bild zu lösen.“

Ein Mystiker zu sein erfordert einen lebenslangen Lernprozess und eine tiefe Kontemplation. Der erste Schritt besteht darin, die spirituelle Praxis oder Tradition zu finden, die dich anspricht und die dir die Antworten auf Fragen liefert, die dich interessieren. Aber dann beginnt die wahre Arbeit. Wenn du als mystischer Denker eine persönliche Verbindung zur spirituellen Welt herstellen willst, kannst du sowohl lernen, die Basis für Kontemplation, Gebet und Meditation zu legen als auch diese Praxis so zu vertiefen, dass sie zu einem tiefen Verstehen führt. Bist du bereit für die Herausforderung?

 Seminare zur Mystik folgen im Jahr 2020

FAQ

Der Begriff Mystik, der übersetzt „geheimnisvoll“ und/oder „Mund oder Augen schließen“ bezeichnet eine innere Versenkung, so wie im Gebet oder Meditation, mit dem Ziel, die Trennung zwischen dem Selbst und dem Nichtselbst aufzuheben. Die mystische Erfahrung als Resultat solcher Bemühungen verlässt die Verhaftung an eine „persönliche“ Identität und geht in einen Zustand über, der mehr oder weniger nichtdualistisch erlebt wird. Es wird eine Einheit und eine gegenseitige Vernetzung mit allem Existierenden und Nichtexistierenden erfahren. Die Zeit- und Raumempfindung ist dabei aufgehoben, Grenzen zwischen verschiedenen Bewusstseinsfeldern verschwinden. Hier und Dort sind nicht getrennt, alles ist hier im gegenwärtigen Augenblick. Der Geist ist in der Lage, die Dualität des Seins wie Gut und Böse, Glück und Leid, Groß und Klein zu transzendieren. Wenn man es schafft, die Grundschwingung dieser mystischen Erfahrung zu verinnerlichen, kann man sie auf sein gesamtes Leben übertragen. Wie weit der Mensch dabei geht, hängt von seiner Suche und Bestimmung ab.

Der größte, den wir zu Lebzeiten kennengelernt haben, war Werner Smigelski. Er widmete sein Leben dem Studium Mystischer Schriften der Weltreligionen, insbesondere prägten ihn christliche Mystiker wie der Hl. Augustinus, Meister Eckehart, hl. Teresa von Avila sowie viele andere Heilige. Ihre Schriften waren wie ein Wegweiser auf seinem und unserem Inneren Weg.

Die Haupt-Seminarleiter sind Andreas und Tamara, die sich dabei an den Schriften der o.g. Mystiker orientieren.

Bei den praktischen Übungen ist weniger das aktive, eher das passive Miteinander gegeben. Gerade bei den Mystik-Seminaren ist es wichtig, sich intensiver mit Religion auseinander zu setzen. Nicht in dem Sinne, wie die christliche Kirche es in hunderten von Jahren bis heute praktizierte, sondern im Sinne der Wörter „religio“ und „religare“. „Religio“ hat mehrere Bedeutungen, zum Beispiel Glaube, Heiligtum und Aberglaube, aber auch Gewissen, Gewissenhaftigkeit, Genauigkeit, Verpflichtung und Skrupel. „Religare“ heißt übersetzt zurückbinden, umbinden, anbinden, festbinden, losbinden. Sind beide Worte miteinander verbunden, erklären sie, was Religion ist: Die Bindung an einen Glauben, eine Rückbindung an einen Ursprung (Wer bin ich, wo komme ich her). Durch inneres Gebet, Kontemplation und Meditation fördern wir diese Rückbindung, wir besinnen uns darauf, wer oder was wir sind – in der Gruppe erfährt man eine Art Anleitung, den Weg nach Innen geht aber später jeder allein. Aktivisch kann es in der Gruppe bei den gemeinsamen Gesprächen gehen, der uns als Impulse für die spätere Praxis dienen können.